Synodalität als Form der Dialogkultur

Autor/innen

Janusz Bujak

Über dieses Buch

Dieser Artikel befasst sich mit dem Thema des Dialogs im Zusammenhang mit der von Papst Franziskus für Oktober 2023 und 2024 in Rom einberufenen Synode zur Synodalität. Der römischen Synode gingen Konsultationen auf diözesaner, nationaler und kontinentaler Ebene voraus. In jeder der Vorbereitungsphasen war das Schlüsselwort „Dialog”. Der Autor beginnt mit dem Konzept des Dialogs in der Enzyklika Ecclesiam suam von Paul VI. und den Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils zum Dialog, wie sie von Kardinal Karol Wojtyla wiedergegeben wurden. Anschließend stellt er die von Erzbischof Bruno Forte vorgeschlagene Form des synodalen Dialogs vor, der einen „Dekalog” des Dialogs aufstellt, dessen Kern der Respekt vor der anderen Person und die Fähigkeit ist, zuzuhören, was die andere Person zu sagen hat. Als Quelle für diese Haltung schlägt Forte die Philosophie von Martin Buber und vor allem die trinitarische Ekklesiologie vor. Wenn die Kirche eine „Ikone der Trinität” sein will, muss sie ein Ort des Dialogs sein. Im dritten Abschnitt werden die Überlegungen von Kardinal Kurt Koch über die Beziehung zwischen dem synodalen Prozess und dem ökumenischen Dialog vorgestellt. Der innerkirchliche synodale Dialog muss die christliche Einheit im Blick haben. Die Bedingungen für einen fruchtbaren ökumenischen Dialog wurden bereits von Pater Stanislaw Celestyn Napiórkowski OFMconv beschrieben, der sechs Charakteristika des Menschen im Dialog nannte. Der letzte Punkt betrifft gewisse Schwierigkeiten im Dialog in der katholischen Kirche, die mit gewissen Spannungen zwischen Katholiken aus Lateinamerika und den Vereinigten Staaten (und anderen Regionen der Welt) zusammenhängen, die auf unterschiedliche Schwerpunkte in Bezug auf das, was im synodalen Prozess wichtig ist, zurückzuführen sind. In der Tat haben viele Katholiken, nicht nur aus den Vereinigten Staaten, das Gefühl, dass im synodalen Prozess zu viel Gewicht auf die Kategorie der Inklusion, der Eingliederung, von Personen und Gruppen gelegt wurde, die sich selbst als Randgruppen der Gesellschaft und der Kirche betrachten oder am Rande stehen, auf Kosten derjenigen, die versuchen, das Evangelium zu leben und die Lehre des Katechismus der Katholischen Kirche in die Praxis umzusetzen, insbesondere wenn es um Ehe, Familie, Sexualethik oder das Priestertum geht. Sie haben das Gefühl, dass es kaum einen Dialog mit ihnen gibt.

Autor/innen-Biografie

Janusz Bujak

ks. prof. dr hab., kierownik Katedry Teologii Systematycznej na Wydziale Teologicznym Uniwersytetu Szczecińskiego, wykładowca ekumenizmu, teologii dogmatycznej i fundamentalnej w Wyższym Seminarium Duchownym w Koszalinie i Arcybiskupim Seminarium Duchownym w Szczecinie, referent ds. ekumenizmu w diecezji koszalińsko-kołobrzeskiej, przewodniczący Towarzystwa Teologów Dogmatyków.

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Seiten

45-72

Veröffentlicht

December 7, 2023

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